Intelligente EPGs: Empfehlungssysteme in digitalen Medien


Medienkonvergenz ist ein bemerkenswerter und umfassender Prozess, obgleich schon die Menge an verfügbaren Fernsehkanälen und anderen Telemedien wie Video-On-Demand den Nutzer überfordert. Eine neue, aber umstrittene Hilfe bietet der so genannte intelligente elektronische Programmführer (EPG). House of Research analysierte die wichtigsten EPG-Anbieter in Deutschland hinsichtlich ihrer technischen Ausstattung und Empfehlungssysteme. Die Studie wurde als Fachartikel veröffentlich, der kostenlos abrufbar ist.

Die Studie diskutiert des Weiteren die Vor-und Nachteile für die Produzenten und Vertreiber von EPGs sowie Anbieter von Telemedien im dualen System der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und privaten Sender.

Übersicht der Empfehlungssysteme:

  • Redaktionelle Empfehlungen
  • Freundesempfehlungen (Social Media)
  • Explizite Empfehlungen (Filter nach z. B. Genre, Schauspieler, Sender)
  • Kollaborative Filterung (basierend auf dem Geschmack ähnlicher Benutzer)
  • Inhaltsbasierte Filterung (Abgleich von Metadaten)

Debatte über EPG-Standards im dualen Rundfunksystem: Der Rundfunkstaatsvertrag gewährleistet, dass jedes telemediale Produkt dieselbe Chance hat, vom Benutzer gefunden zu werden – aber die personalisierten Empfehlungen der EPGs scheinen dem zu widersprechen. Bislang konnte keine Vereinbarung über die Standards der EPGs erreicht werden, womit ein fairer Wettbewerb unter den Marktteilnehmern nicht vollständig garantiert werden kann.

Letztlich ist das intelligente EPG ein viel versprechendes Instrument des Connected-TV, auch wenn sein Potenzial derzeit nicht voll ausgeschöpft werden kann und selbst wenn bis dato scheinbar nicht alle Normen eines fairen Marktwettbewerbs definiert sind.


Dateien:
2012-03_Intelligente_EPGs_Martens_MediaPerspektiven_1_.pdf169 K


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