Skandalisierung im Reality-TV. Strategien und Erscheinungs-
formen 2000-2009


Insgesamt 418 verschiedene Reality TV Formate wurden im Zeitraum von 2000 bis 2009 im deutschen Fernsehen auf 29 privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehkanälen erstausgestrahlt. Dirk Martens (HoR) und Margreth Lünenborg (Freie Universität Berlin) berichten im aktuellen "Programmbericht 2011" der Arbeitsgruppe der Landesmedienanstalten (ALM) über das Forschungsprojekt, das 2011 bereits als Buch veröffentlicht wurde.

Werden im Reality TV verstärkt Provokationen und Strategien der Skandalisierung eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen? Lassen sich insbesondere unter Bedingungen wirtschaftlicher Krise bei Castingshows, Doku-Soaps oder Coaching-Formaten verstärkt Muster der systematischen Grenzüberschreitung erkennen? Wie reagieren Zuschauer auf moralische Grenzverletzungen? Welche Entwicklungen sind hier in der Zukunft zu erwarten? Diese Fragestellungen wurden in der vorliegenden Studie in einem multimethodischen Vorgehen bearbeitet: Eine quantitative Inhaltsanalyse von Reality TV-Formaten zwischen 2000 und 2009 ermöglicht einen Langzeit-Vergleich mit Blick auf die Häufigkeit von Grenzverletzungen. Eine qualitative Analyse von zehn ausgewählten Fallbeispielen gibt Aufschluss über Formen und Muster  der Tabubrüche sowie deren crossmediale öffentliche Kommunikation. Gruppendiskussionen mit Jugendlichen sowie (tw.) deren Eltern vermitteln Einblicke in die Rezeption und Aneignung von Reality TV sowie den sozialen und kommunikativen Umgang mit Provokationen. Experteninterviews mit Redakteuren, Produzenten, Vertreter von Mediaagenturen, Medienjournalisten sowie gesellschaftlichen Interessenvertretern schließlich ermöglichen Aussagen über die Bewertung der Formate des performativen Reality TV sowie Prognosen zur künftigen Entwicklung.

Bibliografische Angabe des Artikels:

Lünenborg, Margreth und Dirk Martens (2012). Skandalisierung im Reality-TV. Strategien und Erscheinungsformen 2000-2009. In: Programmbericht 2011 Fernsehen in Deutschland: Programmforschung und Programmdiskurs. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten, S. 128–144, Berlin: Vistas.

Die Studienergebnisse stehen auch als Buch zur Verfügung, das jetzt bei der LfM als PDF kostenlos abgerufen werden kann.




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