Skandalisierung im Fernsehen
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Strategien, Erscheinungsformen und Rezeption von Reality TV Formaten
Ergebnisse eines multimethodischen Projektes, das House of Research im Auftrag der LfM Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und in Kooperation mit der Freien Universität Berlin durchgeführt hat
Rezension von Steffen Burkhardt vom Lehrstuhl Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg:
"...Die Studie von Lünenborg, Martens, Köhler und Töpper bringt die Skandalforschung ein großes Stück voran. Die Forschungsgruppe vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der FU Berlin und des House of Research liefert nicht nur Einblicke in die Produktionsstrategien, die Diskursivierungsformen und die Rezeption des Reality TV. Sie legt eine Studie vor, die sich durch ihr stringentes, systematisches Forschungsdesign als Referenzstudie für kombinierte Längs- und Querschnittstudien von Medienskandalen in anderen Kontexten eignet..."
(In: Medien und Kommunikationswissenschaft. 59. Jahrgang, 2011 Heft 3, S. 425-427)
Skandale und Provokationen gehören zur Inszenierungs- und Vermarktungsstrategie im Reality TV. Verbale Beleidigungen, sexualisierte Darstellungen oder Gewalt gegenüber Kindern finden sich in aktuellen Castingshows, Doku- Soaps, Coaching-Formaten oder Reality-Soaps. In einem multimethodischen Ansatz wird von den Autoren unter- sucht, welche Relevanz Formen der Skandalisierung in diesen Formaten des performativen Reality TV einnehmen. Eine umfassende quantitative und qualifizierte Inhaltsanalyse, Gruppendiskussionen, Expertengespräche sowie die Analyse von Einschaltquoten und Werbeeinbuchungen im Programmumfeld geben Aufschluss über Umfang und Bedeutung von moralischen Grenzverletzungen im Reality TV, deren strategische Verwendung sowie die Relevanz für das zumeist jugendliche Publikum. Die Castingschows 'Deutschland sucht den Superstar', 'Germany's Next Top Model' und 'Popstars' werden dabei im Zeitverlauf analysiert.
Schriftenreihe Medienforschung der LfM Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Band 65, erschienen 23.3.2011, Vistas Verlag, Berlin
ISBN 978-3-89158-542-9
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Aus dem Inhalt:
Dr. Jürgen Brautmeier, Direktor der LfM und Frauke Gerlach, Vorsitzende der Medienkommission der LfM
Vorwort
Zusammenfassung
Ziele der Untersuchung
Theoretischer Teil:
- Reality TV Formate im globalen Fernsehmarkt
- Rezeption des Reality TV
- Provokationen und Skandalisierung
Empirischer Teil:
- Quantitative Inhaltsanalyse – Methodik
- Quantitative Inhaltsanalyse – Ergebnisse
- Provokationen, Einschaltquoten und Werbung
- Qualitative Medienanalyse ausgewählter Skandalfälle im Reality TV
- Gruppendiskussionen, Experteninterviews
Fazit
Literatur- / Abbildungsverzeichnis
Tabellenanhang
Die Autorinnen und Autoren:
Dirk Martens, Dipl.-Pol., ist Gründer, Inhaber und Geschäftsführer des Instituts für empirische Medien- und Marktforschung House of Research GmbH in Berlin. Inhalte der Forschungs-, Analyse- und Beratungstätigkeiten sind Nutzer und Konsumenten, Medieninhalte, Programmformate, Werbemärkte etc. Im Fokus stehen dabei elektronische/digitale Medien und deren öffentlich-rechtliche und privatwirtschaftliche Institutionen.
Tobias Köhler, M.A., ist Kommunikationswissenschaftler und Senior Projektleiter für Markt-, Sozial- und Medienforschungs- projekte bei House of Research. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Fernseh-, Radio- und Online- forschung sowie die Werbeforschung.
Margreth Lünenborg, Dr., ist Professorin für Kommuni- kationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Journalistik an der Freien Universität Berlin und Direktorin des Internationalen Journalisten-Kollegs. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Journalismusforschung, insbesondere der Entstehung populärer Formate, der kommuni- kationswissenschaftlichen Geschlechterforschung sowie dem Feld Migration und Medien.
Claudia Töpper, Dipl. Medienwissenschaftlerin, ist derzeit freiberuflich im Bereich Medienforschung und Medienpädagogik tätig und Mitglied der Arbeitsgruppe Kindheit Jugend und neue Medien (AKJM). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Film- und Fernsehanalyse, qualitative Medienforschung, Populärkultur und Medienpädagogik.