02.03.09

Chancen zeithistorischer Bewegtbilder im digitalen Zeitalter


House of Research präsentiert Ergebnisse einer Repräsentativstudie auf dem Innovationsforum" in Potsdam-Babelsberg.

100 Jahre deutsche Filmgeschichte in Gefahr? Digitalisierung rettet zeithistorisches Dokumentionsmaterial und bietet neue Geschäftspotenziale

In deutschen Filmarchiven lagern unzählige Stunden zeithistorisches Dokumentarmaterial aus den letzten über 100 Jahren – nur ein kleiner Teil wurde je in Film und Fernsehen veröffentlicht. Doch der Zahn der Zeit nagt am Zelluloid und droht, ein wichtiges Kulturgut unserer Gesellschaft zu zerstören.

Das Umkopieren auf neuen Film ist aufwändig, teuer und jedes Mal mit Qualitätseinbußen verbunden. Zeitgemäßer ist es, das Material gleich in eine digitale Form zu bringen, also ein kompri­mier­tes Videoformat hoher Qualität. Die gemeinnützige Medien Bildungsgesellschaft Babelsberg hat mit „CINEARCHIV digital“ ein bahnbrechendes Projekt intitiiert, das nun genau das in Gang bringt.

Durch die Digitalisierung wird jedoch nicht nur das Filmmaterial vor der schleichenden Vernichtung gerettet. Darüber hinaus wird auch durch automatische Bild- und Tonerkennungs­verfahren die Verschlagwortung und „Rercherchierbarkeit“ zusätzlich verbessert. So werden Bilder zutage gefördert, die bislang in den Archiven einen „Dornröschenschlaf“ halten und die künftig für Filmproduktionen besser verfügbar sein werden.

Doch auch neue Verwertungsformen sind für das digitalisierte Filmmaterial im B-to-C-Markt möglich. Durch die hohe Verbreitung schneller Internetverbindungen1) haben Bewegtbildinhalte nicht nur generell Konjunktur: nach einer Studie von House of Research sind 61 Prozent der Deutschen an einem digitalen Filmarchiv im Internet interessiert. Rund ein Viertel aller ist prinzipiell auch bereit, hierfür Geld zu bezahlen – Geld, das höchst willkommen wäre, um die hohen Kosten der Digitalisierung finanzieren zu helfen.

Am 25. März 2009 veranstaltet die Medien Bildungsgesellschaft Babelsberg das „Innovationsforum“ im fx.Center Babelsberg, bei dem über den Stand des Projekts berichtet und die Ergebnisse der Repräsentativstudie von House of Research präsentiert werden.

1) Lt. ARD/ZDF-Onlinestudie 2008 waren 71% der Deutschen ab 14 Jahren online und 70% von diesen mit Breitband­anschluß (vgl. Maria Gerhards/Annette Mende: „Ein Drittel der Deutschen bleibt weiter offline“ sowie Martin Fisch/Christoph Gscheidle: „Technische Ausstattung der Onliner in Deutschland“ in: Media Perspektiven Heft 7/2008).




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